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Leipzig und Dresden: Sommerflugplan 2026 mit weniger Zielen - was Reisende wissen müssen

Seit Sonntag können Reisende nun weniger Urlaubsziele von den Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden ansteuern - der Sommerflugplan 2026 ist gestartet. …

Fakten

  • Der Sommerflugplan 2026 ist gestartet und bietet ab Leipzig/Halle regulär 21 Ziele an.
  • Im Vergleich zur Vorsaison gibt es ab Leipzig acht Ziele weniger.
  • Die von vielen ersehnten neuen Verbindungen sind nicht eingebrochen.
  • Ab Leipzig/Halle steuern die Airlines in der Zeit vom 29. März bis 24. Oktober regulär 21 Ziele an.
  • Im Schnitt werden im Sommer 159 Abflüge pro Woche erwartet, im Vorjahr waren es noch 187 – macht ein Minus von 15 Prozent.
  • Das Sitzplatzangebot schrumpft um 14 Prozent in der Bilanz: Rund 27.450 Sitze sind es im Schnitt pro Woche.
  • Die Richtung deckt sich mit den Branchendaten: Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft weist beim Angebot für Leipzig zwischen Februar und Juli 2026 nur 72 Prozent des Vorkrisenniveaus aus.
  • Leipzig fliegt dem schwachen deutschen Trend hinterher.
  • Die Streichliste ist lang: Wizz Air fliegt nicht mehr nach Tirana und Bukarest.
  • Freebird streicht Skopje und Enfidha, Marabu das portugiesische Faro – und auch Debrecen in Ungarn steht nicht mehr im Flugplan.
  • Der Neuzugang: Ab Ende Juni fliegt die türkische Ajet samstags nach Bodrum.
  • Airlines bauen ihr Angebot nach Hurghada, Gran Canaria und Griechenland aus.
  • Der Veranstalter „momento“ by SZ Reisen* bietet zudem Sonderreisen nach Sizilien, Santorin und auf die Liparischen Inseln an.
  • Leipzig/Halle entwickelt sich immer stärker zum Urlaubsflughafen.
  • Wichtige Städteverbindungen sind zuletzt weggefallen – darunter Eurowings nach Düsseldorf, Ryanair nach London, Lufthansa nach München.
  • Die gute Nachricht ist aber: Die Anbindung an die Drehkreuze bleibt im Sommer 2026 stabil.
  • Die Lufthansa fliegt viermal täglich nach Frankfurt, die Konzerntochter Austrian Airlines nach Wien – und Turkish Airlines in der Regel täglich nach Istanbul.
  • Von dort aus erreichen Reisende Ziele weltweit.
  • Eine echte Dynamik fehlt weiterhin am Flughafen der Landeshauptstadt: Im kommenden Sommer brechen die durchschnittlichen wöchentlichen Abflüge im Vergleich zum Planungsstand des Vorjahres von 101 um 18 Prozent auf 83 ein.
  • Das Sitzplatzangebot schrumpft um sieben Prozent.
  • Die Zahl der regulären Ziele sinkt von 14 auf 13 – Air Cairo hat sich zurückgezogen, damit fällt Hurghada weg.
  • Neu im Sommerflugplan sind Flüge nach Bozen, die laut Airport mittwochs und sonntags stattfinden.
  • Für Spanien-Urlauber gibt es immerhin eine gute Nachricht: Die Kapazitäten auf der beliebten Mallorca-Route wachsen.
  • Ziele wie Antalya, Kos, Heraklion oder Rhodos bleiben erhalten, an den Drehkreuzen Frankfurt, München und Zürich sowie der Verbindung nach Düsseldorf ändert sich nichts.
  • Sonderreisen des Anbieters „momento“ by SZ Reisen nach Barcelona, Zypern oder Sardinien federn den Angebotsrückgang etwas ab.
  • Geschäftsreisende in Dresden spielen eine größere Rolle als in Leipzig.
  • Der Einbruch im innerdeutschen Verkehr hat den Standort Dresden hart getroffen.
  • Die Zahlen sprechen für sich: Vor der Pandemie gab es bis zu drei tägliche Flüge nach Köln/Bonn und bis zu zwei nach Stuttgart – beide Strecken sind ersatzlos gestrichen.
  • Nach Düsseldorf fliegen statt drei Maschinen am Tag noch sechs pro Woche.
  • Beide Flughäfen kämpfen mit denselben großen Problemen: Fliegen ab Deutschland ist für Airlines in den vergangenen Jahren drastisch teurer geworden.
  • Vor allem Luftverkehrssteuer und die staatlichen Luftsicherheitsgebühren treiben die Kosten nach oben.
  • Für Billiganbieter wie Ryanair ist das eine schlichte Rechnung: Wer seine Maschinen günstiger in Polen oder Spanien stationieren kann, tut das.
  • Leipzig und Dresden trifft das härter als andere, hing ihr Passagieraufkommen vor der Pandemie doch stark von genau diesen Billigfliegern ab.
  • In Dresden ist deren Anteil von über 40 auf rund 6 Prozent eingebrochen, hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt analysiert.
  • Dazu kommt ein struktureller Nachteil der Landeshauptstadt: Wer ab Dresden fliegen will, kann nach Prag fahren.
  • Am tschechischen Hauptstadtflughafen können Airlines deutlich günstiger operieren.
  • Branchenberechnungen zeigen: Für einen Spanien-Flug ab Sachsen zahlen Airlines rund 4700 Euro an Abgaben und Steuern. Startet die Maschine in Prag, sind es 500 Euro.
  • Europas größter Billigflieger Ryanair erteilt einer schnellen Rückkehr nach Sachsen eine Absage: Es gebe keine konkreten Pläne für Leipzig oder Dresden, sagt Country-Manager Marcel Pouchain Meyer dieser Zeitung.
  • Die angekündigte Senkung der Luftverkehrsteuer? „Ein Tropfen auf den heißen Stein.“
  • Am Mittwoch will das irische Unternehmen aktuelle Pläne für Deutschland bekannt geben, „jedoch gibt es keine Neuigkeiten für Dresden und Leipzig“, betont Meyer.
  • Auch easyJet winkt ab. Country-Manager Stephan Erler teilt mit, dass es seit dem vergangenen Jahr keine neuen Planungen für Leipzig/Halle gebe.
  • Nach Informationen dieser Zeitung aus Airlinekreisen sind beide sächsischen Airports derzeit kein Fokusthema – eher bauten Billigflieger an anderen Standorten neue Verbindungen auf.